Work and Travel
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Work and Travel

Reisebericht Abenteuerreise Deluxe

Etwas ganz Besonderes sollte meine erste Auslandsreise werden. Mit naiven
Vorstellungen und großen Erwartungen habe ich mich für eine Entdeckungstour der besonderen Art entschieden.

Work and Travel
sollte hierfür genau das Programm sein, welches perfekt auch mich abgestimmt war.

Ein bisschen arbeiten, ein bisschen reisen und nebenbei die Vorzüge der Unabhängigkeit genießen und die Sprache aufbessern.

Nach kurzer Reisevorbereitung und mit einem Gepäck von knappen 20 kg, welches gerade so den Vorgaben der Lufthansa entsprach, stürzte ich mich am 10. August 2008 in das Abenteuer Australien.

Aufgrund von Mundpropaganda und den verschiedensten Gerüchten, glaubte ich bestens vorbereitet zu sein auf die Reise an das andere Ende der Welt. Mit einer Bekannten aus der Schule im Schlepptau startete ich, am Montagmorgen um 9.00 Uhr am Flughafen in Bremen, los.

Familienangehörige und Freunde haben letzte Sorgen und Bedenken
ausgesprochen und somit konnte der 27 Stunden Flug, über Singapore, beginnen.

Nicht nur, dass dies meine erste Auslandserfahrung werden sollte, nein es sollte auch noch meine erste Flugerfahrung werden. Verwunderlicher Weise ist bei den Sicherheitsschleusen und der Körperkontrolle alles gut gegangen, denn ich habe kurz vorher alle Kosmetika erfolgreich aus meinem Handgepäck entfernt.

Lediglich der mitgeführte Laptop meiner Bekannten musste ausgepackt und in einem Extraraum kontrolliert werden. Doch schon im Flieger nach Frankfurt, der nur eine Dauer von 1,5 Stunden hatte, habe ich die ersten „Work and Traveler“ kennen gelernt.

Die ersten Kontakte waren somit bereits geknüpft. Wie viele Jugendlich haben auch die, die wir im Flieger getroffen haben, sich gedacht eine angemessene Pause nach dem Bestehen des Abiturs einzulegen.

Kein Wunder, dass es nach dem Boom der Auslandsreisen, der sooft im Fernsehen publiziert wird, viele Schulabgänger nach Australien oder Neuseeland zieht.

In Frankfurt angekommen hatten wir ganze vier Stunden Aufenthalt. Diese
benötigten wir allerdings auch, denn bereits nach 20 Minuten haben wir uns in dem Labyrinth Flughafen verlaufen.

Gelassen und leicht müde, nach der ganzen Aufregung, steuerten wir jedoch erst einmal den Essbereich an. Nach kurzer Stärkung durch einen überteuerten Wrap sollte es weitergehen.

Mir erschien es wie eine Ewigkeit als der Flug Nummer zwei an diesem Tag um 13.30 Uhr uns endlich ein Stückchen weiter ans Ziel bringen sollte. Völlig fasziniert von dem riesigen Flughafen, und den bereits hier vereinzelt englisch sprechenden Menschen, sollte der 13 Stunden Flug folgen.

Jedoch konnte ich auch in diesem keine Ruhe finden, denn es gab für mich das erste Mal in meinem Leben „Flugzeugessen“. Dies löste, so einfach es auch klingt, fast schon eine neue Art von Faszination in mir aus. Nach kurzem studieren der Menükarte, die sich in einem Netz meines Vordersitz befand, wählte ich schüchtern und konfrontiert mit ersten Englischkenntnissen: „the first one, please!“.

Dass sollte zugleich mein Standartspruch für die noch folgenden Essen sein. Serviert wurde uns der ganze Spaß vom Personal der Singpore Airlines,
welches fast ausschließlich aus gertenschlanken, hübschen Asiatinnen in
hochgeschlossenen Uniformen bestand.

Als „Spaß“ habe ich das Essen aus dem Grund bezeichnet, weil ich noch nie zuvor eine Mischung aus herzhaftem und süßem Essen probiert habe. Doch diese Kombination war etwas Neues für mich und hat mich erst nach dem zweiten Anlauf merken lassen, dass dieses Essen nichts für mich war.

Tauschen konnte ich jedoch nicht, da meine mitreisende Bekannte, namens Frauke, vegetarisches Essen bestellt hat. Nach ersten, eher weniger erfreulichen Erfahrungen bezüglich des Essens und des Luftdruckes, bemerkte ich schnell, dass auch das Einnehmen der Schlafposition im Flieger nicht von Erfolg gekrönt sein sollte.

Nicht nur dass mein Hintern bereits auf die Größe Frankreichs angeschwollen war, sondern auch die Tatsache, dass ich in der Mitte einer Viererreihe saß vereinfachte meine Lage und den damit zusammenhängenden Komfort nicht gerade.

Mehrmals musste ich also meine Sitznachbarn, von denen eine zum Glück Frauke war, beten aufzustehen um mir die Beine vertreten zu
können und den Gang zur Toilette zu wagen.

Für unser Wohl wurde jedoch ausreichend gesorgt, denn ca. alle 10 Minuten fuhr ein kleiner Getränkewagen mit sämtlichen Säften, sowie Wasser, Tee und Kaffee an uns vorbei. Außerdem haben wir während des Fluges zweimal heiße Tücher für Gesicht und Hände erhalten, sowie eine Zahnbürste, eine Schlafmaske, Decken und Kissen. Wobei auch diese mir anfangs nicht dabei helfen konnten Schlaf zu finden.

13 Stunden Flug und davon lediglich 2 Stunden Schlaf später sind wir in Singapore angekommen. Dem Flughafen, der in Deutschland schon die große Runde gemacht hat.

Berühmt und berüchtigt ist der Flughafen durch ein angeblich existierendes Schwimmbad auf dem Dach, Palmen, Wasserfälle und Schmetterlingshäusern, sowie Kojkarpfenteichen und zahlreichen Spa- Bereichen.

Von alldem haben wir jedoch wenig gesehen, denn unser Blickwinkel war eher tunnelartig, da die erneute Gefahr sich zu verlaufen ein zu großes Risiko für uns darstellte.

Wir beschlossen also nur gerade Strecken zu laufen oder uns zumindest die Wege diesmal zu merken und uns an den Flugnummern zu orientieren. Doch weit gefehlt, die Faszination Flughafen Teil II ging weiter.

Der gesamte Flughafen war mit Teppich ausgelegt und verfügte über ein tropenähnliches Klima, riesige Palmen und andere botanische Pflanzen fielen uns ins Auge. Um uns nach dem Flug ein wenig aufzufrischen liefen wir zur nächsten Flughafentoilette und stellten dort das Niveau eines fünf Sterne Luxushotels fest.

Ein weiterer Luxus bestand in der freien Nutzung des Internets. Erste Entwarnungen und Eindrücke konnten durch die mitten im Flughafen stehenden PCs an die Familie geschickt werden.

Mittlerweile konnten wir es nicht mehr erwarten endlich in Australien anzukommen, doch vor uns lag ein erneuter 13 Stunden Flug nach Sydney.

Der dritte und somit letzte Anschlussflug übertraf meine bisherige Flugerfahrung jedoch bei weitem, denn an Bord gab es kleine, in den Vordersitz eines jeden Passagiers eingebaute, Fernseher.

Von den neusten Kinofilmen bis hin zur aktuellsten Musik und zahlreichen Spielen für jung und alt war alles dabei. Der Schlaf blieb also auch auf diesem Flug auf der Strecke.

Mit einer zeitlichen Differenz von acht Stunden landeten wir um 19.05 Uhr,
australischer Zeit, in Sydney. Jetzt konnte das Abenteuer Ausland beginnen…

Jantje Z.